The Herbie Nichols Project - "Strange City"
Wahrlich fremd, seltsam, sonderbar und merkwürdig klingt "Strange City". Was sich beim ersten Hören wie Freejazz anhört, entpuppt sich schnell als gänzlich komponiert und arrangiert. Die Werke des früh verstorbenen Komponisten und Pianisten Herbie Nichols sind oftmals durch das pulsierende New York mit all seinen Höhen und Untiefen inspiriert. Bisher blieben sie jedoch größtenteils unveröffentlicht. Das Herbie Nichols Project will dies jetzt ändern.
The
Herbie Nichols Project - "Strange City"
Der Dixieland-Sound von New Orleans, Volksmusik der Westindischen Inseln, die Rhythmik des Bebop und Harmonien von Béla Bartok finden sich in seinen Werken wieder. Zu Lebzeiten wurde Nichols die Anerkennung seiner eigenwilligen und schwer einzuordnenden Kompositionen jedoch verweigert.
Das Herbie Nichols Project unter der Leitung von Frank Kimbrough (p) und Ben Allison (b), hat seine Kompositionen wiederentdeckt und mit "Strange City" die mittlerweile dritte CD zu Nichols Ehren veröffentlicht.Seinerzeit von Herbie Nichols für ein Trio komponiert, wurden die Stücke für die größere Besetzung mit Ron Horton (tp,flh), Ted Nash (ts), Michael Blake (ss), Wycliffe Gordon (tb) und Matt Wilson (dr) neu arrangiert, teilweise sogar das Taktschema verändert.
Das "hätte Nichols gefallen", heißt es, denn dieser sei erpicht darauf gewesen, seine Musik mit Bläserbesetzung aufzunehmen - nur fehlten ihm dazu die Möglichkeiten. Genau die richtige - neue? - alte? - Musik für Leute, die auf verkannte Genies stehen und sich schon mal gefragt haben, ob auch Außerirdische Jazz hören ...
Rainer Voss
CD: The Herbie
Nichols Project - "Strange City"
(Palmetto Records PALM 2077)
Palmetto Records im Internet: www.palmetto-records.com
Cover: Ben Allison