Sundance, das ist erst mal Robert Redford alias The Sundance Kid - und dann ist da "Sundance", die neue CD von Wolfgang Mitschke: The man who runs his own show! Multitalent Mitschke macht und kann (fast) alles: er spielt Piano, Keyboard und Harmonika - seine inzwischen zweite CD hat er selbst programmiert, arrangiert und produziert. Das personifizierte Selbstbewußtsein, Wolfgang Mitschke, lacht, Redford nicht unähnlich, vom CD-Cover.
Wolfgang
Mitschke - "Sundance"
Aber zurück zur CD, die in Gänze Bill Sharpe, dem Pianisten und Keyboarder von SHAKATAK, gewidmet ist. "In your own sweet way" (Brubeck) soll an das E-Piano-Spiel von Clare Fisher erinnern, "Blue Monk" (Monk) an das Oscar-Peterson-Trio gemahnen und "There is no greater love" (Jones/Symes) die Harmonik des Pianisten Kenny Barron nachempfinden.
Wer bis Lied Nr. 7 noch nicht allergisch auf die Überdosis Piano und Keyboard reagiert hat, landet wieder im Wilden Westen: "Some day my prince will come" (Davis) soll eine Hommage an den belgischen Harmonika-Spieler "Toots" Thielemans sein. Aber aus Thielemans Mund(!)harmonika, die nach großem Kino, schwarzen Kaffee am Lagerfeuer, Dreck unter den Fingernägeln, Zigaretten und Abenteuer klingt, wird bei Mitschke ein steriler, quäkiger, elektronischer Sound, der aus einem GameBoy zu kommen scheint.
Die ganzen Widmungen und Sound-alike-Wettbewerbe tun dem Projekt "Sundance" nicht gut. Wirklich frei schwimmt sich Wolfgang Mitschke nur bei seinen Eigenkompositionen "Song for Anja" und "Sundance".
"Die Zügel immer locker lassen! Sonst reitest Du nur immer auf den ausgetretenen Pfaden anderer ... - ... und findest Deinen eigenen Weg nicht!" Möchte man ihm zurufen und dem Pferd einen kräftigen Klaps geben.
Rainer Voss
CD: Wolfgang Mitschke - "Sundance" (TMK 024462)
TMK Musikvertrieb im Internet: www.tmk-musikvertrieb.de
Wolfgang Mitschke im Internet: www.wolfgang-mitschke.com
Cover: Tilo Riolo
mehr bei Jazzdimensions:
Wolfgang Mitschke - "Journey to Sidney"
- Rezension (erschienen: 15.5.2001)