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The Veils - Magnet, Berlin, 14.10.06

"The Veils" sind derzeit mit neuem Album und vollkommen neuer Besetzung auf Tour – Mastermind Finn Andrews ist derjenige, der geblieben ist und stellvertretend für die Band die Songs und Texte schreibt und alles zusammenhält. Andrews, geboren in London, aufgewachsen in Neuseeland, wollte die Band und das neue Album "so furchterregend und aufregend gestalten, wie möglich". Dies ist gelungen – als CD-Titel "Nux Vomica" hält der Name eines in Südostasien beheimateten Baums her, der auch als "Giftbaum" bezeichnet wird. Dieser kann als Heilmittel dienen, aber auch eine unter Umständen tödliche Wirkung haben.

The Veils

Live im "Magnet" in Berlin hatte das unter Spannung stehende Mikrofon auf den Sänger zum Glück nicht diese Wirkung, aber ganz ungefährlich sind solche Stromschläge gegen die Lippe nicht... Von den Mikro-Problemen und der ein oder anderen Übersteuerung abgesehen, boten The Veils auf der kleinen Bühne des Magnet voller Elan und mit absolut durchgestylter Bühnenpräsenz ihre Songs dar: Lieder, die von Tod und Teufel erzählen, Glaube, Liebe, Vergeltung zum Inhalt haben. Die Songs beschreiten Grenzwelten, lassen das Jenseits nicht aus, das Verderben ist Bestandteil dieser "Dark World Songs" mit magischer Ausstrahlung.

Live auf der Bühne ist Finn Andrews der charismatische Kopf der Band, alle Blicke richten sich auf ihn. Das Publikum ist zum Großteil mit den Songtexten vertraut, klatscht begeistert, wenn dieses oder jenes Lied angekündigt wird. Eine brodelnde (wenn auch aus Platzgründen kleine) Masse huldigt ihrem Meister, dem Sänger mit der besonderen Stimme. Der Rest der Band, Sophia Burns am Bass, Liam Gerard an den Keyboards, Henning Dietz (dr, bgvoc) und Dan Raisbrook (g) tat professionell und soundtauglich seinen Job. Leider hingen der Bassistin stets ihre Haare vor dem Gesicht – sollte sie vielleicht mit ihrer Schönheit hinterm Berg halten? Als Vorband waren "The Sunshine Underground" zu hören, die die Rezensentin jedoch nicht gerade vom Hocker rissen bzw. in Richtung Bühne lockten. Fazit des Abends: The Veils boten in Berlin ein außergewöhnliches Konzert. Anschließend hört man "Nux Vomica" mit neuen Ohren, die erlebten Bilder verbinden sich mit der Musik zu einem spannenden Ganzen.

Carina Prange

CD: The Veils - "Nux Vocima" (Sanctuary/Rough Trade)

The Veils im Internet: www.theveils.com

Sanctuary Records im Internet: www.sanctuarygroup.de

© jazzdimensions 2006
erschienen: 18.10.2006
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