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Wolfsheim (feat.: Mohnblau)

Museumsinsel, Berlin, Sa. 14.8. 04

Über vier Jahre haben die Wolfsheim-Fans auf den Nachfolger von "Spectator" warten müssen, wurden aber schließlich mit "Casting Shadows" für ihre Geduld mehr als belohnt. Für ihr Berlin-Konzert haben die beiden Hamburger die Museumsinsel in Mitte gewählt. Bei phantastischen Außentemperaturen und guter Stimmung stand einem herrlichen Konzertabend nichts im Wege.

Wolfsheim

Zuvor gab sich allerdings erst einmal das Quartett Mohnblau redliche Mühe dabei, das Publikum einzustimmen. Mit ihrem Deutsch-Pop à la Silbermond – leider ohne deren Talent und Ausstrahlung – konnten sie die Leute nicht sonderlich begeistern. Noch waren Zugvögel-Schwärme und Flugzeuge am sommerlichen Himmel interessanter, als das Geschehen auf der Bühne. Mit dem gelangweilten Um-sich-gucken war es allerdings schlagartig vorbei, als nach einer halbstündigen Pause und Morrissey vom Band Peter Heppner und Markus Reinhardt die Bühne betraten.

Mit "Care For You" eröffneten Wolfsheim das Konzert, das fast zweieinhalb Stunden dauern sollte. Weitere Songs aus dem neuen Album folgten. In diesen ersten Minuten herrschte mehr gespannte Erwartung, als Euphorie. Das änderte sich erst, als Peter Heppner den Spectator-Hit "Künstliche Welten" ankündigte. Nun wurde das Publikum endgültig wach und lautes Mitsingen war angesagt. Die nächsten Stunden wurden ein Heimspiel für die beiden Synthie-Pop-Giganten, die hier und da von einem Bassisten und einem Drummer unterstützt wurden.

Vor dem Hintergrund bunter Lichtinstallationen auf der Bühne und Industrial-Animationen auf zwei separaten Leinwänden begeisterten sie mit einer Mischung ihrer bekanntesten neuen Songs wie "Wundervoll" oder "I find you're gone" sowie alten "Spectator"-Hits. Und Peter Heppner, der im weißen Understatement-Hemd zweieinhalb Stunden quasi hinterm Mikro festgewachsen war, ließ es sich nicht nehmen, den ohnehin schon ekstatischen Fans gegen Ende mit dem legendären "The Sparrows And The Nightingales" noch mehr einzuheizen.

Viele Fans wurden unruhig, als Wolfsheim ihren ersten Bühnenabgang hatten. Das fehlte doch was! Und tatsächlich – ihren ultimativen Chart-Breaker "Kein Zurück" präsentierten Heppner und Reinhardt erst in ihrer ersten Zugabe. Um so größer war die Freude, als nun wirklich alle mitsingen konnten. Peter Heppner, der Sänger mit der einmaligen Stimme, präsentierte sich locker, sympathisch und kommunikativ. Der stumme Kollege hinter dem Computer machte immerhin ab und zu ein sympathisches Gesicht.

Mit einem ehrlich klingenden: "Danke, Berlin, für diesen unvergesslichen Abend!" entließ Peter Heppner schließlich das johlende Publikum. Und man kann das Kompliment nur zurückgeben. "Danke, Wolfsheim, für dieses unvergessliche Konzert!"

Peggy Thiele

Aktuelle CD: "Casting Shadows" (Stange Ways Records / Indigo 1460-2)

Wolfsheim im Internet: www.wolfsheim.de

© jazzdimensions2004
erschienen: 23.08.2004
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