Jazzdimensions
www.jazzdimensions.de: jazz, worldmusic, songwriting & more
home / reviews / concerts / 2003

Stephen Kent

Zitadelle Spandau, Berlin, 15.6.03, im Rahmen des Dream-Time - Didgeridoo Festival&Art

An diesem Nachmittag war das Wetter wie geschaffen, um sich auf den Rasen im Innenhof der Zitadelle zu setzen und den Klängen der Didgeridoos zu folgen. Der Weg durch das alte Burgtor wurde mit Leuchtkugeln gewiesen, deren Durchmesser ungefähr einem Riesenkürbis entsprechen müßten. Diese Lichter führten den Besucher in den Innenhof auf eine Wiese, welche von allerlei bunten Ständen umgeben war, bis kurz vor die Bühne.

Stephen Kent

Noch bevor es dunkel wurde, trat Stephen Kent auf. "Woi, woi, woi" erklingen die ersten Töne aus dem Didgeridoo, welches er mit dem unteren Ende auf einem kleinem Tischchen abstützt, damit er die Hände für andere Instrumente frei hat, so wie zum Beispiel die Rassel gleich in der Linken. "Jebei Jou Jabadabadou", die Töne aus den Didges sollen mit der Sprache der Aborigines verwandt sein. Kent kann seinem Didgeridoo, wovon er mehrere neben sich zu liegen hat, unterschiedliche Frequenzen gleichzeitig entlocken: langsam vibrierende, tiefe Schwingungen und etwas hellere Laute, die sich eben wie Wörter anhören.

Mit einem Zusatzstück waren es neun Kompositionen, die er entweder alleine - was aber nicht bedeutet, daß er dann nur ein Instrument benutzte - oder mit Freunden spielte. Zum Trommeln schlug er zusätzlich mit einem kleinen Stöckchen entweder auf die Trommeln neben sich oder auf das Didge selber. Nach dem dritten Stück kommt Steeve Kindwal mit seiner asiatischen Flöte mit nach vorne und es erklingen helle, freudige Klänge. Mit ihrem Outfit unterscheiden sich die Musiker nicht groß von den Besuchern: bunte Farben und Tücher, individuelles Äußeres. Nach kurzer Zeit haben sie auch schon die ersten Tänzer angezogen und es hat fast den Anschein, als wenn die Arme auf die Flötentöne und die Beine auf die tieferen Didgetöne magisch reagieren.

Jan Ole Haber tritt mit seiner Fujara, einer Hirtenflöte von der Größe einer Orgelpfeife, auf die Bühne. Unmerklich werden ihre leisen Töne von den anderen zeitweilig leider etwas verschluckt. Später spielen alle gemeinsam mit Bruce Rogers, der ein kleines Instrument in der Hand hat, welches sich wie ein Mix aus einem krächzenden Raben und einer schnatternden Ente anhört, eine noch nicht geprobte Variante von "Water" von Kents neuer CD wird gespielt. Rein instrumental betrachtet spielt jedoch jetzt ein ein Quintett, denn Stephen Kent musiziert gleichzeitig auf Gitarre und Didgeridoo. Und passend zu den durcheinander wirbelnden Tönen tanzen nun auch die Farbprojektionen auf der Bühne. Ein wunderbares, mitreißendes Konzert. (uk)

Stephen Kent im Internet: www.didjeridu.com/skent.html

 

© jazzdimensions2003
erschienen: 16.6.2003
   home | interviews | reviews | clubtermine | tourtermine | festivaltermine | news | links
Sitemap  |   Impressum

 
interviews
reviews
live/clubs/berlin
live/on tour
live/festivals
news
links
home
info@jazzdimensions.de
Diese Seite drucken/Print this page
Empfehlungen: