Jazzdimensions
www.jazzdimensions.de: jazz, worldmusic, songwriting & more
home / reviews / concerts / 2002

Queen Esther Marrow and The Harlem Gospel Singers

Premierenveranstaltung im Tempodrom, Berlin, 22.1.2002

Unter dem Motto "Touch The World" sind die Harlem Gospel Singers in diesem Jahr unterwegs, und sobald die "Königin" Esther ihre Stimme erhebt, glaubt man es sofort, daß sie nicht nur im neugebauten Tempodrom, sondern überall auf der Welt die Herzen der Menschen erreicht. Und daß sie mit ihrem gewaltigen - mit dem Spektrum einer Opernsängerin begnadeten - Gesang dabei tatsächlich die "Welt" berührt. Die Show der Singers ist eines der ersten Events im phantastischen neuen Tempodrom - dem großen Saal mit der Zirkuszeltkuppel. Somit war das Premierenkonzert auch eine Art Berlinpremiere vor begeistertem Publikum in diesem einmaligen Saal.

Queen Esther Marrow

Eben fiel schon der Begriff Show - und die Singers und die Queen bieten ein bis ins Letzte einstudiertes Programm: jeder Bewegungsablauf, Tanz, Solopart - alles unterliegt einer wohlgeordneten Choreographie. Das eigentlich Erstaunlichste daran ist, daß doch vieles ganz einfach spontan wirkt und nicht gewollt. - Selbst wenn dem Gitarristen Christopher Morgan bei seinem Solo eine Saite reißt und dem jüngsten, speziell hervorgehobenen Sänger der Truppe - Darius L. Booker - mancher Ton nicht so treffend gelang - der gekonnten Show tat dies keinen Abbruch, und der Wirkung auf das Publikum auch nicht.

Stimmt Queen Esther Marrow Klassiker wie "Bridge Over Troubled Water" an oder gehen Chor und Musical Director / Pianospieler Anthony Evans in illustren Wettstreit miteinander - musikalisch und schauspielerisch unterlegt -, dann ist das Publikum zum Ende des ersten "Aktes" ebenfalls richtig in Schwung. - "Touch The World" ist ein Highlight des zweiten Aktes, gefolgt von so vielen Stücken mit Esprit, daß eine Wertung schwerfällt.

Man muss weder ein Kirchgänger noch ein Gläubiger sein, um die Gospels der Harlemer zu mögen - sie sind einfach unschlagbar. Und wenn als letzte Zugabe der Popklassiker "We Are The World" gesungen wird, dann beweist die Band noch einmal Klasse und Charme. Hervorgehoben werden sollte - neben den direkt ins Herz treffenden Statements und Appellen von Queen Esther - das Gesangsolo Ramona Keller - sie hat im Gesamtkontext dieses unvergeßlichen Abends brilliert.

Carina Prange

 

© jazzdimensions2002
erschienen: 24.1.2002
   home | interviews | reviews | clubtermine | tourtermine | festivaltermine | news | links
Sitemap  |   Impressum

 
interviews
reviews
live/clubs/berlin
live/on tour
live/festivals
news
links
home
info@jazzdimensions.de
Diese Seite drucken/Print this page
Empfehlungen: