Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 19.4.2002
Vergleiche mit Sarah Vaughan oder anderen Stars unter den Jazzsängerinnen der "ersten Stunde" werden immer wieder laut wenn ihr Name fällt. Auch wenn Vergleiche dieser Art stets fragwürdig erscheinen: Dee Dee Bridgewater ist genau so ein Star - eine unglaublich gute Sängerin, eine Meisterin der Improvisation in gesanglicher, wie in schauspielerischer Hinsicht ... - und sie macht dabei eine supergute Figur.
Dee
Dee Bridgewater
Mit anderen Worten: Dee Dee Bridgewater liebt das Leben auf der Bühne und man merkt ihr noch heute, nach mehr als dreissig dort verbrachten Jahren eine Begeisterung und positive Ausstrahlung an, die nicht zu übertreffen sind. Mit ihrem Kurt Weill-Programm ihrer gleichnamigen CD "This Is New" hat Dee Dee tatsächlich Neuland betreten. Nach der Auseinandersetzung mit Ella Fitzgerald also ein für sie "neues" Programm: Sie schlüpft in die Songs hinein, als wäre es eine Rolle im Theater - ganz so, als hätte sie nie etwas anderes gemacht als Kurt Weill -Songs zu singen. Und wenn "die Bridgewater" den "Macki Messer"-Song singt - übrigens bereits auf ihrer CD "Dear Ella" als Bonustrack in deutscher Sprache vorhanden - dann ist das eine stimmliche - und mimische! - Höchstleistung.
Nicht mehr erwähnt werden braucht, daß Dee Dee auch wunderbar auf Französisch singt ("Youkali"), eine Art gesanglichem Marathon auf der Bühne veranstaltet, von einer superguten, verspielten Band begleitet wird. Last, not least gab es "Standing Ovations" von einem begeisterten Publikum im Auditorium des Hauses der Kulturen der Welt. Künstlerinnen wie Dee Dee Bridgewater gibt es heute nur noch sehr, sehr wenige - sie transportieren die Vergangenheit in die Gegenwart ohne dabei "von gestern" zu erscheinen oder zu sein.
Carina Prange