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The Back Room - Teil 3

Mit dem Konzert der dritten Backroom-Projekt-Woche ist nicht nur ein krönender Abschluß gelungen, sondern es war leider auch das letzte Projekt in diesem Jahr. Zu hoffen und wünschen bleibt, daß die Idee, die Jean-Paul Bourelly mit soviel Mühe entwickelt hat, im nächsten Jahr eine Fortsetzung finden kann und wird.

Palghat R. Rhagu

Immerhin war der Back Room zu knapp 3/4 ausverkauft - auch wenn es sich zum Teil wohl um eingefleischte Backroom-Gänger handelte und von der Berliner Medienlandschaft nicht soviel zu sehen war. Aber das ist ja - siehe Konzertankündigung - inzwischen allseits bekannt. Vielleicht sollte man ausnahmsweise nicht versuchen zu beschreiben, was gespielt wurde: Es kam an diesem Abend im Gegensatz zum was viel eher auf das wie an. Beziehungsweise, man muß den Abend, der ja auch durch seine Zweiteilung differenziert war, eben auch in zwei Elemente gliedern:

Der erste Teil dieses Abends bewies mit Leichtigkeit, wie schön Kompositionen von Musikern aus mindestens zwei "lebenstechnischen" und musikalischen Welten gemeinsam und einzeln zu erarbeiten und umzusetzen sind.

Streichinstrumente und die Mridangam scheinen wie geschaffen füreinander zu sein. Die Gruppe der indischen Musiker traf in dieser ersten Hälfte des Programms auf die Berliner Uli Bartel (viol) und Gesine Conrad (cello), bestritt das Konzert nach der Pause aber wieder allein.

Und da schon der erste Teil eine gewisse Ehrfurcht gegenüber der Musik und insbesondere auch der indischen Tradition hervorrief, konnte im zweiten Set des Konzertes diese nur noch eine Steigerung erfahren. Hier überzeugte die mathematisch aufgebaute Kombination von Rhythmen gekoppelt mit einem gottesfürchtigen und gottgeweihten Spiel.

Man müßte die gesamte indische Religion und Tradition begreifen und verstehen, um dem nahezukommen, was dort auf der Bühne ablief. Was bleibt, ist das Gefühl des Zuhörers, seiner inneren Ruhe etwas nähergekommen zu sein und ein wenig von der Aura, die Palghat R. Rhagu und seine Mitstreiter umgibt, zu spüren. Ein wahrer Meister seiner Kunst - und sein Enkelsohn - Anantha R. Krishnan: ein Adlatus mit den besten Aussichten, ihm in respektvollen Abstand nahe zu sein.

Carina Prange

Fotos: Carina Prange

mehr: Interview with Ananatha R. Krishnan (englisch)

© jazzdimensions1999
erschienen: 16.9.1999
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