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Audio Poverty - Konferenz über Musik und Armut
6.-8. 2. 2009, Haus der Kulturen der Welt

Musik ist zu einer Ware geworden, die fast keiner mehr bezahlen will: Von allen online angebotenen Musiktiteln wurden 2008 85 Prozent nicht ein einziges Mal verkauft. Die Krise in der Wertschöpfung von Musik zeichnet sich schon lange ab. Wo bislang nur über Ökonomie, technische Revolutionen und soziale Veränderungen geredet wurde, stellt Audio Poverty die Musik selbst auf den Prüfstand: mit Diskussionen und Vorträgen, Konzerten, Parties, Performances und Experimenten.

Audio Poverty - Konferenz über Musik und Armut

Wie verhält sich der Musiker zum verschwindenden Markt? Hat musikalische Armut einen Sound? Ist etwa die verarmte Musik, die Musica povera, die Kunstform der Zukunft? Audio Poverty verschafft einen Überblick über die weltweiten Ansätze zum Umgang mit der neuen ökonomischen Realität. Global, historisch und Genre-übergreifend: Von der Popmusik bis zur neuen Musik, von philippinischer Kunstmusik bis Detroit Trash, vom japanischen 8-bit-Dubstep bis zu Tropical. Mit der senegalesischen Rapperin Sister Fa, dem Afrohop-Label-Betreiber Jay Rutledge (Outhere Records) und dem Field Researcher Brian Shimkovitz (Awesome Tapes from Africa) gilt dem afrikanischen Kontinent besondere Aufmerksamkeit. Aufträge für neue Werke gingen an den philippinischen Komponisten Alan Hilario, der den hegemonialen Umgang des Westens mit fremden Kulturen reflektiert, und den australischen Komponisten Thomas Meadowcroft, der den Eurozentrismus mit der Massenware der Spielzeugindustrie zerlegt.

Von der Krise betroffen sind die Veröffentlichungsformen, die Hörkultur, der musikalische Diskurs und natürlich die Musik selbst. Audio Poverty fragt nach den Konsequenzen. Was bedeutet die Vereinzelung des Hörens für den gesellschaftlichen Stellenwert der Musik? Was bedeutet es, wenn der Musikkritiker schweigt? Von den Entscheidungsträgern der Musikwirtschaft fordert Audio Poverty Aufklärung: Auf den Podien sitzen Dieter Gorny (Deutsche Phonoverbände), Joel Berger (MySpace Deutschland), Marc Chung (Verband unabhängiger Musikunternehmen). Lobbyisten stellen sich der Subkultur, die Musikwissenschaft begegnet dem World-Ghetto-Tech, der Tüftler trifft die Diva.

Vorträge gelten dem Verlust der Subkultur, alternativen ästhetischen Strategien, der Netz- und Blog-Kultur, der Musica povera und dem fragwürdigen Mythos vom verarmten Künstler. Audio Poverty wird von Klanginstallationen, Performances und DJ-Sets flankiert.

Mehr info: www.audiopoverty.de

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