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Oscar Giunta - "Einflüsse aus allen Teilen der Erde"

Oscar Giunta kennen hierzulande noch nicht viele Menschen, was sich aber schnell ändern kann. Vor wenigen Monaten gab Giunta ein Konzert im Berliner "Haus der Kulturen der Welt" und setzte anschließend seine Europa-Tournee in Spanien und Griechenland fort, wo er auch Drumclinics gab. Oscar Giunta ist Schlagzeuger und der südamerikanische Drummer darf als einer der großen Jazz-Solisten Argentiniens bezeichnet werden.

Oscar Giunta

Mit dem Oscar Giunta Quinteto reist Giunta derzeit um die Welt – und in Kürze wird das erste Soloalbum des 1975 geborenen Musikers erscheinen, der auch als Komponist, Arrangeur und Produzent in Erscheinung tritt.

Carina Prange sprach für Jazzdimensions mit Oscar Giunta

Carina: Aus europäischer Perspektive ist Argentinien bekannt für seine Schriftsteller und Fußballer. In musikalischer Hinsicht denkt wohl man in erster Linie an Tango. Wo sind deine Wurzeln?

Oscar: Meine Wurzeln sind sehr verschieden. Zum einen bin ich in der Provinz Mendoza geboren, 1.100 km westlich von Buenos Aires, und im Inneren Argentiniens gibt es eine extrem starke Beziehung zur Folklore. Das hat nichts mit dem Tango zu tun, sondern vielmehr mit den Wurzeln der Eingeborenen, vermischt mit der europäischen Einwanderung, der türkischen, arabischen und schwarzen Immigration, die es in meinem Land gegeben hat. All diese Einflüsse sind in der Kolonialzeit miteinander verschmolzen und haben die sehr spezielle und typische argentinische Kultur hervorgebracht.

Meine Familie ist im Grunde eine typisch italienische, seitens meiner Mutter und meines Vaters. Aber im Stammbaum meiner Familie finden sich auch andere Wurzeln, die vonSpaniern, Indianern, Schwarzen, Mauren und Zigeunern. Es ist eine zu 100 Prozent musikalische Familie. Meine Urgroßeltern und Großeltern waren Musiker und haben dies an ihre Kinder und Enkelkinder weitergegeben.

Mein Opa väterlicherseits war ein großer Musiker in typischen Tango Orchestern. Und meinGroßvater mütterlicherseits ist – auch heute noch, mit 90 Jahren! – ein großartiger Tangosänger. Meine Eltern waren und sind immer noch große Fans der Beatles, der europäischen Klassischen Musik, des Jazz und auch des Tango. Ich bin damit aufgewachsen, sie all diese verschiedenen Arten von Musik spielen zu sehen und diese vielseitige Mischung war quasi mein "Wiegenlied". Das sind meine Wurzeln: eine Vielzahl von sehr unterschiedlichen Einflüssen aus allen Teilen der Erde.

Carina: Wie wurde das Schlagzeug zum Instrument deiner Wahl?

Oscar: Mein Instrument habe ich nicht gezielt ausgesucht. Ich erinnere mich nicht daran, eines Tages beschlossen zu haben, Schlagzeuger werden zu wollen. Woran ich mich aber erinnere, sind die Proben mit einem hervorragenden Jazzquintett, die meine Eltern zuhause in Mendoza machten. Bei diesen Proben sah und hörte zum ersten Mal Jorge Iturgay, einen großartigen Schlagzeuger aus Mendoza. Dieser wurde zu meiner ersten großen Inspiration.

Er ließ sein Schlagzeug aufgebaut im Wohnzimmer meiner Eltern stehen und nachts, wenn alle schliefen, ging ich hin, nur um dieses Instrument zu betrachten und ich verspürte den großen Wunsch, Musik zu machen. Diese schöne Erinnerung habe ich an die Zeit, als ich zwei Jahre alt war. Einige wenige Monate später habe ich angefangen zu spielen.

Oscar Giunta

Carina: Was ist der typische Weg eines Drummers in Argentinien? Kann man es sich leisten, sich auf einen Stil zu spezialisieren, ein "Rock-" oder ein "Popdrummer" zu sein? Oder muss man alles spielen können?

Oscar: Meine gesamte Ausbildung habe ich in Argentinien und mit argentinischen Lehrern absolviert. Ich studierte Musik am Konservatorium "Juan Pedro Esnaola" in Buenos Aires. Parallel zu meiner musikalischen Ausbildung habe ich intensiv als Profimusiker gearbeitet, indem ich zu allen möglichen musikalischen und künstlerischen Anlässen gespielt habe. Das war ein großartiges Training, um mich in den vielfältigen Stilrichtungen und Genres entwickeln zu können.

Argentinien hat eine große künstlerische Tradition und ein äußerst gebildetes Publikum in Bezug auf Kunst und Kultur im Allgemeinen. Es besitzt eine beinahe neunzig Jahre alte Jazz-Tradition. In Buenos Aires existierten Jazzbands neben Tango Orchestern. Beide Genres, Tango und Jazz, prägten bis in die 50er Jahre die Tanzmusik Argentiniens.

Außerdem besitzt Argentinien eine fünfzig Jahre alte Tradition in der Rockmusik, mit großartigen Künstlern, die zu sozialen und kulturellen Ikonen meines Landes geworden sind. Der Rock hat in Argentinien auch eine eigene und sehr starke Identität entwickelt. Es ist spanisch gesungener Rock mit Texten, die von verschiedenen sozialen, politischen und kulturellen Themen handeln, die das Land in den Jahren durchströmt haben.

Carina: Trotzdem scheint die argentinische Rockmusik nicht recht nach außen zu dringen...

Oscar: Viele Leute glauben, dass sich die Identität Argentiniens ausschließlich im Tango oder in der Folklore widerspiegelt, aber das ist nicht so. Rock, Pop und Jazz, einschließlich einiger Komponisten klassischer Musik, wie beispielsweise Alberto Ginastera, besitzen eine starke argentinische Identität in ihrer Musik, in der Rock- und Popmusik spiegelt sich das auch in den Texten wider.

Buenos Aires ist eine Hafenstadt mit einer starken eigenen Identität, die jedoch immer offen und durchlässig für Einflüsse aus der ganzen Welt war. Und so wurde diese Identität Argentiniens auch geprägt von Immigranten aus Europa, Afrika, der Türkei, Juden und Arabern.

Argentinien hat ein großartiges kulturelles Angebot – in allen Bereichen der Kunst. Es ist zurzeit das Land mit den meisten Theateraufführungen und hat zudem eine äußerst lebhafte Musikszene, die viele Menschen anzieht. Das gleiche gilt für den Jazz und die Klassische Musik. Es gibt eine Vielzahl von Festivals, ob Jazz, Rock, Folklore oder Klassik.

Carina: Würdest du dem zustimmen, wenn man dich als einen Jazzschlagzeuger bezeichnete?

Oscar: Als ich jünger und dabei war, mir in der Szene einen Namen zu machen, habe ich jede Art von Musik gespielt. Und ich glaube, das war grundlegend für meine Karriere als Musiker. Viele musikalische Genres habe ich im "richtigen Leben" erlernt, durch konkrete Praxis und nicht ausschließlich durch entsprechende Studien.

Dennoch lag mein Schwerpunkt immer beim Jazz und heute fühle ich mich geehrt, von Künstlern in der ganzen Welt eingeladen zu werden, um meinen Stil zu spielen und in musikalischer und künstlerischer Hinsicht "ich" zu sein.

Ich betrachte mich als Jazzmusiker, der in gleichem Maße in der Lage und darauf vorbereitet ist, Rock, Pop, Tango, Klassische Musik, Argentinische Folklore oder Lateinamerikanische Musik zu spielen und aufzunehmen, sowie eine Vielzahl von Stilrichtungen, mit denen ich während meiner Ausbildung zu tun hatte und die mich seit jeher anziehen.

Oscar Giunta

Carina: Wie empfindest du das kulturelle Umfeld deines Landes, die Möglichkeiten, die sich bieten?

Oscar: In dieser Hinsicht hat Argentinien zwei Gesichter. Auf der einen Seite gibt es jene Politik des argentinischen Staates und die Medien, die ihre totale Unkenntnis zur Schau stellen und ein wirklich peinliches und bedauerliches Verhalten an den Tag legen, das in keinem Verhältnis zu dem steht, das wirklich auf dem künstlerischen Sektor geschieht.

Etwas sehr Besorgniserregendes in Argentinien ist, dass künstlerische Veranstaltungen aus Sicht der Regierung nicht der der Kultur zugeordnet werden, sondern als "Unterhaltung" gelten. Infolgedessen werden Musik, Theater und Bildende Kunst eher als "Hobby" angesehen denn als wirkliche Berufung oder als Form, das Leben in einem Land zu repräsentieren oder seine Gedanken auszudrücken.

In vielerlei Hinsicht ist es in Argentinien immer noch schwer, zu sagen "Ich bin Musiker und lebe davon", ganz einfach deshalb, weil die Musik von vielen nicht als ernsthafte Arbeit, sondern als Unterhaltung gesehen wird. Es gibt viele Eltern, die ihren Kindern verbieten, Musiker zu werden, weil sie nicht wissen, dass dies viele Jahre des Studiums, der Spezialisierung, des Trainings und der Praxis erfordert.

Carina: Passiert da etwas, um das zu ändern? Du hattest vorhin die Politik erwähnt...

Oscar: Ein großes Problem ist, dass viele Politiker, die das kulturelle Leben Argentiniens im Ausland repräsentieren sollen – Leute, die wir von unseren Steuergeldern bezahlen –, ihr Amt nur bekleiden, um gutes Geld zu verdienen. Oft besteht bei diesen Politikern gar kein wirkliches Interesse an Kultur und daran, das Verhältnis zwischen bestimmten Künstlern und ihrem Publikum zu begreifen, sei es in Argentinien oder dem Rest der Welt.

In all den Jahren, die ich als Musiker arbeite, habe ich nicht ein einziges Mal auch nur einen dieser Abgeordneten meines Landes in einem Konzertsaal, einem Theater oder bei Kunstausstellungen gesehen. Die Gelegenheiten festzustellen, was das künstlerische Angebot und Potenzial Argentiniens ausmacht, was dem Publikum kulturell geboten wird, werden einfach nicht wahrgenommen. Und durch diese fehlende Repräsentanz auf politischer Ebene und das ignorante Verhalten der Medien entsteht ein Bild, das ausgesprochen weit entfernt ist von dem wunderbaren kulturellen Angebot, das Argentinien in Wirklichkeit besitzt.

Oscar Giunta

Carina: Das demnach wesentlich größer ist, als es scheint?

Oscar: Ja, glücklicherweise hat sich ein wirklich exzellenter Kreis von Musikern und anderen Künstlern gebildet. Und das bedeutet auch eine große wirtschaftliche Bewegung für viele Leute, die davon leben, was die Kunst hervorbringt. Die Theater sind voll, der Markt für CDs, DVDs etc. ist groß, und auch in Argentinien weckt die Kunst das Interesse von Sponsoren. Das Einzige, was fehlt, ist die Beziehung der argentinischen Kunst zum Rest der Welt.

Die Arbeit argentinischer Künstler könnte weitaus verbreiteter sein, wenn die ausländischen Produzenten nicht so sehr von den Kriterien argentinischer Funktionäre oder Förderer abhängig wären. Es wäre fantastisch, wenn sich hiesige Produzenten einmal in der Kunstszene Argentiniens und überhaupt Südamerikas umsehen würden. Sie würden eine große Zahl wunderbarer und höchst konkurrenzfähiger Künstler vorfinden.

Ich fühle mich geehrt und glücklich, dass ich hier in Deutschland sein darf und ein bisschen von dem zeigen kann, über das ich hier spreche. Die argentinische Kunst ist bereit, entdeckt zu werden und sich einem weltweiten Publikum zu präsentieren.

Zu Beginn dieses Interviews hast du erwähnt, dass Argentinien bekannt für seine Schriftsteller, Fußballer und Percussionisten ist. In diesem Zusammenhang fallen mir Namen wie Jorge Luis Borges, was die Literatur betrifft, und Diego Maradona oder Lionel Messi für den Fußball ein. Jeder einzelne von ihnen ist herausragend in seinem Bereich und in seiner Epoche, angetrieben durch ein wunderbares Umfeld, sowohl in sportlicher als auch in künstlerischer Hinsicht.

Was die Percussionisten und Schlagzeuger betrifft, so gibt es hier in Deutschland einige gute Beispiele für argentinische Künstler: Marcio Doctor in Hamburg zum Beispiel (er spielt normalerweise mit dem Orchester des WDR) und zwei weitere große Künstler in Stuttgart: Daniel Messina und Daniel Yrigoyen. Auch sie entstammen einem wunderbaren Umfeld und haben beschlossen, ihre Kunst in die Welt hinauszutragen, immer beeinflusst von neuen Erfahrungen.

Carina: Welche Schlagzeuger sind deine wichtigsten Einflüsse?

Oscar: Das sind sehr viele, aus vielen Stilrichtungen und verschiedenen Arten von Musik. Tony Williams, Ringo Starr, Roy Haynes, John Bonham, Elvin Jones, Ian Paice, Rodolfo Sanchez – ein großer Percussionist argentinischer Folklore –, Jack De Johnette, Ruben Rada, Osvaldo "Lobo" Nunez, Osvaldo Fatturoso und Martin Ibaburu – zwei großartige Percussionisten und Schlagzeuger aus Uruguay, die Candombe, Jazz und Funk miteinander verschmolzen haben –, Max Roach, Papa Joe Jones, Art Blakey, Art Taylor, Shelly Manne, Roberto "Junior" Cesari, Norberto Minichillo, Sebastian Peycere, Pichi Mazzei, Eduardo Casalla, Osvaldo Lopez und viele andere mehr.

Oscar Giunta

Carina: Gibt es etwas an deinem Stil, dass du als neu oder individuell hervorheben würdest?

Oscar: Es ist nicht einfach, objektiv über sich selbst zu sprechen bei aller Bescheidenheit kann ich sagen, dass ich ein Musiker bin, der offen ist für die verschiedensten künstlerischen Zusammenhänge und sich den damit verbundenen Herausforderungen stellt. Ich glaube, das ist eine meiner Fähigkeiten. Glücklicherweise bringt mir die Musik immer wieder verschiedene Eindrücke, in jeder Situation. Und dann ist es mein Herz, das mir den Weg weist.

Ich glaube, es ist grundsätzlich wichtig, die ganzen Jahre des Studierens und der Praxis in den Dienst der Musik und die Entwicklung seiner eigenen Persönlichkeit zu stellen. Das beste Ergebnis ist, wenn du spielst und die Musik fühlst, ohne an die Technik zu denken.

Letztendlich ist man dann so mit der Musik und dem Spielen verflochten, dass man zu jenem Anfangspunkt zurück kommt, an dem man die Musik mit einer Art kindlicher Unschuld erlebt, so als würde man sie zum ersten Mal entdecken. Das ist mein größter Wunsch und meine Herausforderung als Künstler. Wenn ich jemals aufhöre, so zu denken, dann ist meine Arbeit als Musiker und Künstler nicht vollkommen.

Oscar Giunta

Carina: Was könnte "Vollkommenheit" bedeuten?

Oscar: Ich möchte nicht nur "ein guter Schlagzeuger" sein, sondern jemand, der durch sein Instrument und die Musik etwas Schönes für die Welt hinterlässt. Am glücklichsten fühle ich mich, wenn ich den Konzertsaal betrete und diese große Energie verspüre, ausgelöst durch die Menschen im Saal, nicht nur das Publikum, sondern auch durch die anderen Menschen, die mit mir auf der Bühne sind.

Natürlich gibt es auch immer noch den musikalischen Hintergrund und die persönlichen Einflüsse von jedem einzelnen, was viel damit zu tun hat, wo man geboren und in welcher Kultur man aufgewachsen ist. In meinem Fall also all das, was sozusagen mein "Wiegenlied" war, Jazz, Rock, Pop, Tango, die Folkloremusik meines Landes und die Europäische Klassik.

Außerdem die unendliche Vielfalt der Kulturen, mit denen man auf Tourneen in der ganzen Welt in Berührung kommt. Auch das beeinflusst natürlich sehr die eigene Musik und das eigene künstlerische Schaffen.

Carina: Du wirst, im Anschluss an dein Berliner Konzert, Drumclinics und Workshops in Spanien und Griechenland leiten. Was steht auf deiner Agenda? Und auf was für Schüler erwartest du zu treffen?

Oscar: Ein Schlagzeuger muss in erster Linie ein Musiker sein, der nicht ausschließlich an das Ausführen der "Schläge" denkt, sondern an die Musik in ihrer Gesamtheit, das heißt: Rhythmus, Harmonien, Melodie und Struktur. All dessen muss sich der Schlagzeuger bewusst sein und jeden einzelnen dieser Punkte mit Gründlichkeit beherrschen, um sie später auf natürliche Weise und intuitiv zu "spüren" und ausführen zu können.

Das alles macht das Konzept für eine ernsthafte Beherrschung des Instrumentes aus, sich nicht nur unter dem Aspekt auf die Technik zu konzentrieren, was visuell für andere Schlagzeuger attraktiv sein könnte – also eine Art von "Effekthascherei" –, aber völlig irrelevant für die anderen Musiker, mit denen man gerade spielt. Erst wenn man dieses Grundkonzept befolgt, ist man bereit, sich den technischen Fragen zu widmen, die eine lange Entwicklung und ein tief greifendes Studium erfordern.

All dies hätte keinen Wert, wenn man nicht ein eindeutiges musikalisches und künstlerisches Konzept in den Fokus seiner Ausbildung stellen würde. Darin besteht die echte Kunst des Musizierens. Und mein Schwerpunkt als Lehrer fängt an diesem Punkt an, bevor es um die rein technische und mechanische Arbeit geht.

Carina: Warst du schon einmal in Berlin? Wie sind deine Erfahrungen mit dem europäischen Publikum? Unterscheidet es sich stark von dem in Lateinamerika?

Oscar: Es ist das erste Mal, dass ich in Berlin und überhaupt in Deutschland bin, obwohl ich bereits in verschiedenen Ländern Europas war. Ich bin sehr zufrieden, wie das Konzert vom deutschen Publikum aufgenommen wurde. Ich habe die Leute als sehr respektvoll empfunden. Ein Publikum, das die Kunst zu schätzen weiß und offen für Neues ist!

Das lateinamerikanische Publikum neigt im Allgemeinen mehr dazu, seine Anerkennung durch Lautstärke, also Schreien und auch Luftsprünge oder ähnliches auszudrücken. Die Zuschauer in diesem Teil Europas zeigen ihren Respekt vor den Künstlern eher durch ruhiges und aufmerksames Zuhören, was mir persönlich wunderbar erscheint.

Ich glaube, wenn man als Künstler glaubhaft ist, kann man im Blick der Zuschauer etwas sehr Schönes erkennen, nämlich eine Ergriffenheit und Sensibilität, die alle Menschen miteinander verbindet, fernab von ethnischer Herkunft oder Religion. In der Musik vereinen sich die Sehnsüchte vieler Menschen nach einer gemeinsamen Welt, in der alle dieselbe Sensibilität und Liebe für etwas empfinden.

Oscar Giunta

Carina: Hast du eine Lebensphilosophie?

Oscar: Glücklich zu sein mit dem, was ich mache. Und in Bezug auf meine Träume ehrlich zu sein und mir selbst treu zu bleiben. Wenn man glücklich ist und Liebe erfährt, hat man alles, was man im Leben braucht, um ein zufriedener Mensch zu sein. Die Heimat ist dort, wo die wahre Liebe ist. Ein Ort, an den man sich immer wieder zurückziehen kann, wo man mit sich selbst und der Welt im Reinen ist.

Was du auch machst und was auch immer deine Berufung und Aufgabe ist, solltest du mit Liebe, Freude und Hingabe tun. Das ist das Wichtigste! Das ist die Voraussetzung dafür, sich Zielen zu widmen, die man sich gesetzt hat und hart an seinen Träumen arbeiten zu können.

Carina Prange

Oscar Giunta im Internet: www.myspace.com/oscargiuntadrums

Fotos: Jens Fussan

© jazzdimensions 2010
erschienen: 5.7.2010
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