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FUMMQ - "Musikalisch an einem Strang"

Die Brüder Ferenc und Magnus Mehl – Ferenc der Drummer, Magnus der Saxophonist – sind nicht nur familiär, sondern auch musikalisch in der Band FUMMQ (Ferenc und Magnus Mehl Quartett) miteinander verbunden. Dabei setzen sie ihre diversen Einflüsse und musikalischen Ideen gemeinsam um, entwickeln daraus eine Musik voll Eigendynamik und Lyrizismen.

Magnus Mehl

Die Brüder erhielten bereits eine Reihe von Auszeichnungen und Preisen; 2008 gewannen sie den internationalen Jimmy Woode Jazzaward im italienischen Soriano nel Cimino. Derzeit ist die Band auf Tour durch Deutschland.

Carina Prange sprach für Jazzdimensions mit Ferenc und Magnus Mehl

Carina: Eure Musik wird beschrieben als "explosive Musik, die stets von unglaublicher Energie beseelt ist". Welche Worte findet ihr selbst dafür?

Magnus: Im Sound der Band spiegeln sich unsere sehr vielschichtigen musikalischen Interessen und Einflüsse wider. Das Spektrum reicht, sowohl solistisch als auch kompositorisch, von traditionelleren swingenden Ansätzen, über komplexe Rhythmik und Harmonik bis hin zu komplett freien Texturen.

Unkonventionelle Themen und Arrangements lassen dabei aber immer Raum für ausgiebige Aus- und Höhenflüge der Bandmitglieder. Die Interaktion und der stetige kreative Output stehen hierbei absolut im Vordergrund! Wir versuchen zu jeder Zeit musikalisch gemeinsam an einem Strang zu ziehen und so die Kraft und Energie unserer Musik für die Zuhörer erleb- und spürbar werden zu lassen.

Carina: Was ist das Besondere an eurer Bandkonstellation – zwischen euch Brüdern, aber auch den anderen Bandmitgliedern?

Ferenc: Die über die Jahre gewachsene Freundschaft, die unterschiedlichen, sich aber sehr schön ergänzenden musikalischen Persönlichkeiten. Und die Bereitschaft jedes Einzelnen auf und neben der Bühne sein Bestes zu geben!

Ferenc Mehl

Carina: Live und auch auf der aktuellen CD seid ihr mit Gastsaxophonist Jake Saslow aus den USA verbandelt. Was bringt das an Zusatzschub für die Musik?

Magnus: Jake hat einen fantastischen Sound und seine tollen Soli und Kompositionen ergänzen unser Spiel, sowie unser Programm auf eine wunderbare, komplementäre Art und Weise.

Carina: Bereits 2009 wart ihr mit Jake unterwegs gewesen – wie ist die gemeinsame Tour gelaufen?

Ferenc: Nun, wir hatten eine super Zeit und viele tolle Auftritte. Die CD-Aufnahmen mit Jake in den Bauer Studios, direkt im Anschluss an die Tour, waren dann noch das absolute Sahnehäubchen!

Carina: Magnus, du und Jake, ihr spielt ja beide vorn, quasi als "Doppelsax-Frontline" – welche Anforderungen stellt das an euch beide? Wie teamfähig muss jeder von euch sein?

Magnus: (lacht) Teamfähigkeit braucht in einer Band natürlich sowieso jeder! Also auch die Saxophonisten.....

Jake und ich kennen uns ja schon recht lange und es war nicht das erste Mal, dass wir gemeinsam auf der Bühne standen. Ich würde sagen, wir haben uns von Anfang an gegenseitig total gepusht und inspiriert. Ich glaube, dass das auf der CD auch super rüber kommt.

FUMMQ - "Baden Verboten!"

Carina: Du spielst das Saxophon seit deinem neunten Lebensjahr. Ab welchem Augenblick war klar, dass dies dein "Trauminstrument" werden bzw. bleiben wird und wie kam die Konzentration speziell auf das Altsaxophon zustande? Anders gefragt: warum fiel deine erste Wahl nicht auf das Tenorsaxophon ?

Magnus: Die Wahl unser beider Instrumente hatte in gewisser Weise auch mit unserem Vater zu tun. Er ist extrem jazzbegeistert und hat immer von einer Familienband geträumt. Ich habe mich, nach einem Schnupperjahr an der Trompete, dann sehr schnell auf das Saxophon festgelegt.

Für Ferenc war ursprünglich eigentlich die Gitarre angedacht. Der hat er sich aber vehement verweigert! Und sich lieber zielsicher aufs Schlagzeug gestürzt...

Die Sache mit dem Altsaxophon war zunächst eher Zufall. Am Anfang wäre ich aber für das Tenorsaxophon auch noch etwas zu klein gewesen. Cannonball Adderley und Charlie Parker waren dann später endgültig ausschlaggebend.

Carina: Welche Instrumentalisten würdet Ihr für FUMMQ als wichtigste Einflüsse oder Inspiratoren nennen?

Ferenc: Unsere Einflüsse und Inspiratoren sind stilistisch so verschieden und vielfältig wie unsere Musik: John Coltrane, Thelonious Monk, Joshua Redman, Cannonball Adderley, "Philly" Jo Jones, Johnny Hodges... Und viele, viele mehr.

Ferenc & Magnus Mehl

Carina: Zwei Brüder in einer Band – was tut ihr dafür, dass es keine heftigen Auseinandersetzungen gibt?

Magnus: Die gibt es bei uns durchaus ab und zu!

Carina: Ihr seid u.a. mit dem Kulturförderpreis eurer Heimatstadt Rottweil ausgezeichnet worden. Wie hat sich das angefühlt? Und fühlt ihr euch nun auch in gewisser Weise – auch aufgrund anderer Auszeichnungen – verpflichtet? Und, falls ja, wozu?

Ferenc: Das war ein tolles Gefühl. Aber speziell zu irgendetwas verpflichtet fühlen wir uns dadurch eher nicht. Wir versuchen nach wie vor, dazuzulernen, gute Musik zu machen und unser Leben zu genießen.

Carina: Wie sieht die Zukunftsplanung für FUMMQ aus?

Ferenc: Möglichst viel schöne Konzerte geben und kreative neue Musik schreiben.

Carina: Wird es auch international bei dem Bandnamen bleiben?

Magnus: Der Bandname bleibt unbedingt! Der kam vor allem international bisher immer sehr gut an und wird auch nie gleich ausgesprochen....

Carina Prange

CD: FUMMQ - "Baden Verboten!" (Neuklang NCD4041)

FUMMQ im Internet: www.fummq.de

Neuklang Records im Internet: www.neuklangrecords.de

Fotos: Pressefotos

Mehr bei Jazzdimensions:
FUMMQ - "Baden Verboten!" - Review (erschienen: 2.3.2010)

© jazzdimensions 2010
erschienen: 19.3.2010
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